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Bundesbeauftragter Koschyk bei Verleihung des „Johnny“ Klein-Preises für die deutsch-tschechische Verständigung

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Aus Anlass des 85. Geburtstages und 20. Todestages des früheren Bundesministers, Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Regierungssprechers und VDA-Verwaltungsratsvorsitzenden Hans „Johnny“ Klein vergeben die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, die Sudetendeutsche Stiftung und der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) in Kooperation mit der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik e.V. und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) zum ersten Mal den „Johnny“ Klein-Preis für die deutsch-tschechische Verständigung“. Die Preisverleihung wird auch vom Bundesministerium des Innern unterstützt.

Der Preis wird heute im Rahmen eines Festaktes am 20. Todestag von Hans „Jonny“ Klein, am 26. November 2016, in Mährisch Schönberg/ Šumperk, dem Geburtsort von Hans „Johnny“ Klein vergeben. Anwesend ist auch der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Ratsvorsitzender der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, Hartmut Koschyk MdB.

Neben Michael Glos, ehemaliger Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Gerd Müller MdB, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Prof. Dr. Norbert Lammert MdB, Präsident des Deutschen Bundestages, hat auch Staatssekretär Steffen Seibert, Regierungssprecher und Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung eine Videogrußbotschaft für die Preisverleihung übersandt. Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, übersandte ein schriftliches Grußwort.

Die Verleihung des „Johnny“ Klein-Preises soll nachhaltig zur deutsch-tschechischen Verständigung beitragen. Gleichzeitig erfährt mit der Preisverleihung auch das Lebenswerk von Hans Klein, der sich zeitlebens für eine deutsch-tschechische Aussöhnung im Geiste der Völkerverständigung einsetzte, eine verdiente Würdigung.

Bewertet wurden journalistische, publizistische oder populärwissenschaftliche Beiträge in den verschiedenen Medien, die die Kenntnisse von Deutschen und Tschechen übereinander erweitern und das gegenseitige Verständnis in Europa fördern und dabei die Brückenfunktion der deutschen Minderheit in Tschechien würdigen. Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält der freie Journalist Steffen Neumann. Mit dem zweiten Preis (2.500 Euro) wird der Wissenschaftler Andreas Wiedemann ausgezeichnet, den Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro erhält Tomáš Lindner vom tschechischen Wochenmagazin Respekt. In der prämierten Reportage „Ja, wo reiten sie denn?“ zeigt Steffen Neumann anhand des „Osterreitens“ im tschechischen Mikulášovice (früher Nixdorf), wie ein Angehöriger der deutschen Minderheit mit Unterstützung der tschechischen Bevölkerung einen lange Zeit vergessenen Brauch wiederbelebt hat. Erschienen ist der Artikel in der Sächsischen Zeitung. Der Wissenschaftler Andreas Wiedemann verfolgt in seinem Beitrag „Deutsche als Opfer?“ (DigiOst) die tschechische Debatte über Vertreibung und Gewalttaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Tomáš Lindner vom tschechischen Wochenmagazin Respekt lässt in seinem Interview „Das Versteck im Kopf“ Rudi Schlattner zu Wort kommen. Der Deutsche erzählt die Geschichte seiner Familie, die 1945 vor der Vertreibung aus dem nordböhmischen Libouchec (früher Königswald) wertvolle Gegenstände auf dem Speicher ihres Hauses versteckte.

In seinem Grußwort dankte Bundesbeauftragter Koschyk dem Bürgermeister der Stadt Mährisch-Schönberg/Šumperk, Herrn Senator Zdeněk Brož, der die Veranstaltung von Anfang an unterstützt hat sowie den drei Preisstiftern, der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, der Sudetendeutschen Stiftung und dem Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) sowie Ernst Freiberger, der das Preisgeld für den ersten Preis gestiftet hat. Gleichzeitig würdigte Koschyk die großen Verdienste, die sich Hans „Jonny“ Klein erworben hat. „Hans Klein verstarb heute vor 20 Jahren viel zu früh in Mitten eines erfüllten Lebens. Heute blicken wir dankbar auf ein wahrlich bemerkenswertes Leben zurück. Besonders herausstechend war dabei stets sein unermüdlicher Einsatz für die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen, denn allen schmerzlichen Erfahrungen zum Trotz vergaß er seine mährische Heimat nie. Als Vertreter der sudetendeutschen Volksgruppe strebte er nach Aussöhnung und Verständigung, wollte alte Wunden heilen und neue Brücken bauen“, so Bundesbeauftragter Koschyk.

In seiner Funktion als Vorsitzender des Rats der Stiftung Verbundenheit hat Koschyk auch die Laudation für den Erstplazierten, den Journalisten Steffen Neumann gehalten. Dabei erklärte Koschyk, dass Geschichten wie die Prämierte von Steffen Neumann  deutlich vor Augen führen, welche Bedeutung Heimat, Identität und Glaube für nationale Minderheiten besitzen. „Diese drei Werte bilden zusammen einen harmonischen Dreiklang; fehlt einer der drei Töne, klingen die Laute nicht mehr harmonisch zusammen. Sie zeigen zudem, welche Erfolge Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit auf dem Gebiet des Minderheitenschutzes herbeiführen können. Ihnen, Herr Neumann, möchte ich daher herzlich danken, die Ereignisse in Nixdorf/Mikulášovice mit der Welt geteilt zu haben“, so Koschyk.


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29.11.2016 | Weitere News-Artikel