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Hans-Klein-Preis für deutsch-tschechische Verständigung ausgelobt!

Aus Anlass des 85. Geburtstages und 20. Todestages des früheren Bundesministers, Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und VDA-Verwaltungsratsvorsitzenden Hans „Johnny“ Klein vergeben die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, die Sudetendeutsche Stiftung und der Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) in Kooperation mit der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik e.V. und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) im Jahr 2016 zum ersten Mal den Hans-Klein-Preis für deutsch-tschechische Verständigung.

Die Verleihung des Hans-Klein-Preises soll nachhaltig zur deutsch-tschechischen Verständigung beitragen. Gleichzeitig erfährt mit der Preisverleihung auch das Lebenswerk von Hans Klein, der sich zeitlebens für eine deutsch-tschechische Aussöhnung im Geiste der Völkerverständigung einsetzte, eine verdiente Würdigung.

Gesucht werden journalistische, publizistische oder populärwissenschaftliche Beiträge in allen Medien, die die Kenntnisse von Deutschen und Tschechen übereinander erweitern und das gegenseitige Verständnis in Europa fördern und dabei die Brückenfunktion der deutschen Minderheit in Tschechien würdigen.

Die Ausschreibung richtet sich an deutsche, österreichische und tschechische Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler und anerkannte Akteure der Zivilgesellschaft beider Länder (Altersbegrenzung für den Nachwuchspreis 35 Jahre).

Jeder Teilnehmende kann Beiträge einreichen, die im Zeitraum vom 1.1.2015 bis zum 30.6.2016 zum ersten Mal veröffentlicht wurden. Die Beiträge können in deutscher oder tschechischer Sprache (mit deutscher Übersetzung) eingereicht werden. Es dürfen maximal drei Autoren an einer gemeinsamen Arbeit beteiligt gewesen sein.

Es werden ein erster Preis (dotiert mit 5000 Euro von der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland) ein zweiter Preis (dotiert mit 2500 Euro von der Sudetendeutschen Stiftung) vergeben  sowie ein Förderpreis für Nachwuchs (dotiert mit 1500 Euro vom Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland). Prämiert werden inhaltlich und formal qualitative Beiträge, die von einer Jury ausgewählt werden.

Der Preis wird im Rahmen eines Festaktes am 20. Todestag von Hans „Jonny“ Klein, am 26. November 2016 in Mährisch Schönberg/ Šumperk, dem Geburtsort von Hans „Johnny“ Klein vergeben. Die Festrede wird Bundesminister a.D. Michael Glos halten, der ein langjähriger politischer Weggefährte von Hans Klein gewesen ist. Den Festakt zur Preisverleihung richtet die Stadt Mährisch Schönberg/ aus. Am Tag der Preisverleihung findet ein Gottesdienst zum Gedenken an Hans Klein statt und es wird eine Gedenktafel an der Schule, die Hans Klein besuchte, enthüllt. Ebenfalls wird die Nachbildung einer Bronze-Büste des renommierten tschechischen Künstlers Josef Nálepa (1936-2012) von Hans Klein einen würdigen Platz in Mährisch Schönberg/ Šumperk erhalten. Die Original Bronze-Büste wurde vom Unternehmer Ernst Freiberger gestiftet und befindet sich im Gebäude „Spree-Bogen Alt-Moabit“, in dem ehemals das Bundesinnenministerium seinen Sitz hatte. Der Unternehmer Ernst Freiberger unterstützt auch die Verleihung des Hans-Klein-Preises für deutsch-tschechische Verständigung.

Ein Online-Teilnahmeformular mit weiterführenden Informationen wird ab 1. Juli 2016 unter www.jkp.landesversammlung.cz zum Download bereit gestellt. Auf der Internetseite können das ausgefüllte Formular, samt Lebenslauf sowie der Veröffentlichung hochgeladen werden. Das PDF muss der Originalveröffentlichung entsprechen, Datum und Quelle müssen erkennbar sein. Bei Audio- und Videobeiträgen erfolgt die Übertragung in Form einer mp3/4-Datei.

Einsendeschluss ist der 1. September 2016.

Hintergrund

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Kurzbiographie und Verdienste von Hans „Johnny“ Klein

Hans „Johnny“ Klein (* 11. Juli 1931 in Mährisch Schönberg; † 26. November 1996 in Bonn) war ein deutscher Politiker der CSU. Klein besuchte bis zur Vertreibung 1946 das Gymnasium in Mährisch Schönberg, kam zunächst nach Wallerstein bei Nördlingen, dann nach Heidenheim an der Brenz, wo er die Mittlere Reife erwarb. Nach einem Volontariat bei einer Zeitung studierte er seit 1950 Volkswirtschaft und Geschichte am University College in Leicester (England). 1953 wurde er Redakteur der „Heidenheimer Zeitung“, 1955 Chefredakteur eines deutsch-englischen Wochenblatts, 1956 Bonner Korrespondent von „DIMATAG“ (Dienst mittlerer Tageszei-tungen), vertrat dann das Hamburger Abendblatt und schrieb für die schweizerische „Weltwoche“. 1959 trat Klein in den Auswärtigen Dienst ein und war Presseattaché an den Deutschen Botschaften in Jordanien, Syrien, Irak und Indonesien. 1965 wurde er pressepolitischer Referent im Bundeskanzleramt, 1968 Pressechef der Olympischen Spiele 1972 in München.

Klein war Präsident der katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde, Präsident der Fernseh-Akademie Mitteldeutschland und stellv. Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Vorsitzender des VDA-Verwaltungsrates.

Nach einer erfolglosen Kandidatur 1972 vertrat Klein, seit 1972 Mitglied der CSU, in der 8. Wahlperiode im Bundestag den Wahlkreis 204 (München-Mitte). 1980, 1983, 1990 und 1994 wurde er über die CSU-Landesliste Bayern gewählt, in der 11. Wahlperiode vertrat er den Wahlkreis 203 (München Mitte).

In der 8. Wahlperiode des Deutschen Bundestages (1976-80) war er stellv. Mitglied, in der 9., 10., und 13. Wahlperiode ordentliches Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. In der 8. Wahlperiode gehörte er als ordentliches Mitglied auch dem Ausschuss für Bildung und Wissenschaft und dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit an. 1982 bis 1987 war er außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (1987-1989) erreichte er einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder und führte die Umweltverträglichkeitsprüfung für deutschen Entwicklungsprojekte ein. 1989/90 war er Bundesminister für besondere Aufgaben, Sprecher der Bundesregierung und Chef des Presse- und Informationsdienstes, 1990-96 Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Hans Klein war Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Bayerischen Verdienstordens und zahlreicher ausländischer Orden.

12.07.2016 | Weitere News-Artikel