Paraguay


Paraguay | 
Länder Portfolios | Jugendaustausch Paraguay ist ein Binnenstaat in Südamerika, der im Osten an Brasilien, im Süden und Westen an Argentinien und im Norden an Bolivien grenzt. Der Name des Staates bedeutet "Wasser, das zum Wasser geht", abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner, Guarani: pará ("Ozean"), gua ("zu/von") und y ("Wasser"). Paraguay ist neben Bolivien der einzige Binnestaat Südamerikas. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km² ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammengenommen.

Paraguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunción mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgrößte Stadt ist Ciudad del Este (239.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Eine der schönsten Städte ist Concepción (ca. 50.000 Einwohner), in der sich bis heute der Charme des frühen 19. Jahrhunderts erhalten hat.

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Länder Portfolios | Jugendaustausch Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind Paraguayer, in der Mehrzahl Mestizen, die aus der im wesentlichen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guaraní-Indianerinnen mit spanischen Einwanderern hervorgegangen sind. Insbesondere zu Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zu Einwanderungsschüben aus Europa sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien.
Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und indigenen Völkern, unter denen die Guarani die bedeutendste Gruppe bilden. Ihre Sprache (Guaraní), die auch von 80 Prozent der nicht indigenen Bevölkerung gesprochen wird, hat laut der Verfassung von 1992 neben Spanisch offiziellen Status erreicht.

Als dritte Sprache wird auch Deutsch vernommen: Mitgebracht von deutschen Auswanderern oder Mennoniten, die jedoch meist einen niederdeutschen Dialekt (Plautdietsch) sprechen. Diese zahlenmäßig kleine (ca. 30.000 Personen), aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit ist seit 1927 zunächst aus Kanada und später meist aus Russland eingewandert. Insgesamt sind ca. fünf bis sieben Prozent der paraguayischen Bevölkerung Einwanderer deutscher Herkunft.

Die Besiedlung des Landes durch Deutsche reicht bis 1880 zurück: Die ersten deutschen Siedlungen wurden oftmals nur mit einfachen Werkzeugen und primitiven Mitteln im Busch gegründet. Daraus entwickelten sich trotz aller Schwierigkeiten jedoch oft aufblühende Zentren.
Nach dem ersten Weltkrieg, um das Jahr 1920, rollte die zweite Einwanderungswelle in das Land. Sie bestand vornehmlich aus Menschen, die im Krieg alles verloren hatten oder die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland hinter sich lassen wollten.
Die dritte Welle bestand aus deutschstämmigen Mennoniten aus Russland, welche der kommunistischen Diktatur der zwanziger Jahre unter Stalin entkommen wollte.