VDA-Projekte 2009

Die ausschließlich aus eigenen Mitteln, d. h. aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden  geförderten Projekte, die der VDA auch im Jahre 2009 durchführen konnte, umfas­sen eine breite Palette der Maßnahmen, mit denen er seine Vereinsziele zu errei­chen sucht. Dass dabei die Förderung der deutschen Sprache und Kultur überall in der Welt im Mittelpunkt steht, versteht sich von selbst und ist das gemeinsame Band, das alle Bemühungen und Aktivitäten des VDA zusammenhält. Von den insgesamt 22 Projekten können hier aus Platzgründen nicht alle genannt werden. Die aufge­führten Beispiele können aber ein anschauliches Bild von der Arbeit des VDA ver­mitteln.

Ein  wesentliches Anliegen des VDA ist der Jugendaustausch, durch den auch in diesem Jahr wieder 204 deutsche Schüler im Ausland und 296 ausländische Schüler in Deutschland einen längeren Aufenthalt in Gastfamilien verbringen konnten. Der unmittelbare Kontakt der vor allem aus Südamerika, aus Namibia und Russland kommenden ausländischen Jugendlichen mit der deutschen Sprache und Kultur und die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse der deutschen Schüler, die im Austausch ins Ausland gehen, bedeuten eine Erweiterung ihres geistigen Horizontes, die in ihrer Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Durch die Ge­währung von Reisestipendien fördert der VDA die Bereitschaft der Jugendlichen, am Austausch teilzunehmen.

Zum Bereich der Begegnung, die Grundlage für die Völkerverständigung ist, gehören auch die Reisen, die mit Unterstützung des VDA von einer Jugendblaskapelle nach Nordschleswig und von einem Posaunenchor aus Einsiedel/Slowakei in das rhein­land-pfälzische Freinsheim (vgl. Globus 3-2009) unternommen wurden. Im weiteren Sinne gehört auch das internationale Chorfestival dazu, das im Monat Oktober in Solingen abgehalten wurde und an dem 13 Chöre, davon fünf aus dem Ausland, teil­nahmen. Dass der deutschsprachige Chorgesang bei Menschen deutscher Herkunft, die im Ausland leben, für ihre kulturellen Aktivitäten eine große Bedeutung hat, wurde in Solingen erneut deutlich. Der Globus hatte dem Chorgesang deshalb schon seine Ausgabe 1-2009 gewidmet.

Damit der deutsche Chorgesang in der ganzen Welt seinen guten Ruf behält, führt der VDA schon seit Jahren Chorleiterseminare in vielen Teilen der Welt durch. Er hat dafür sein Mitglied Professor Hans-Peter Schurz gewonnen, der seine Arbeit in der schon genannten Globus-Ausgabe 1-2009 vorstellte. Im Jahre 2009 hielt er gut be­suchte und hochgelobte Seminare in Brasilien und Chile ab. Weitere Seminare sind für 2010 vorgesehen,

Veranstaltungen mit Seminarcharakter waren auch das Fachgespräch „Stand und Perspektiven der Spracharbeit bei der German School Language Confe­rence (GLSC) in den USA“ am 17.06.2009 im Berliner Reichstagsgebäude, das vom VDA initiiert und zusammen mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland durchgeführt und moderiert wurde (vgl. Globus 3-2009), und die Moskauer Sprachkonferenz (Bericht in dieser Ausgabe), die mit Unterstützung des VDA vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) organisiert wurde.

In den Bereich der Ermöglichung wissenschaftlicher Untersuchungen gehört auch ein Projekt, das zur Zeit von der Universität Bayreuth für die deutsche Minderheit in Russland geplant und durchgeführt wird. Hier geht es um eine Studie zur Untersuchung von Sprach- und Bildungsprogrammen in der Russi­schen Föderation. Eine analoge Studie über die in der oben erwähnten GLSC zusammengeschlossenen sog. Samstagsschulen in den USA war vom VDA schon im Jahre 2006 finanziert worden.

Voraussetzung für einen guten Sprachunterricht im Fach Deutsch ist eine fun­dierte wissenschaftliche Ausbildung der Nachwuchskräfte. Hier hilft der VDA mit der Gewährung von Stipendien an solche Studierende, die sich für die Aufgabe als geeignet erweisen, die Kosten für ein Studium aus eigenen Kräf­ten aber nicht aufbringen können. In Namibia wird eine angehende Deutsch­lehrerin auch in diesem Jahr vom VDA unterstützt.

Damit der Sprachunterricht nicht nur von geeigneten Lehrern gehalten, son­dern auch mit gutem Unterrichtsmaterial durchgeführt werden kann, beteiligt sich der VDA an der Bereitstellung der hierfür benötigten Mittel. In den vom Moskauer IVDK betreuten Begegnungszentren und Kindergärten der Russ­landdeutschen wird das Lehrwerk „Deutsch kreativ“ eingesetzt, in der Kinder­gartenarbeit spielt die Zeitschrift „Schrumdirum“ eine wichtige Rolle. Beide Unterrichtsmittel wurden wie in den letzten Jahren auch in diesem Jahr wieder vom VDA mitfinanziert.

Neben dem Unterrichtsmaterial ist auch eine gute Ausstattung der Schule Voraussetzung für den angestrebten Unterrichtserfolg. Hier fehlt es oft an der entsprechenden technischen Ausstattung, vor allem im Bereich der Informati­onstechnik. Der VDA hat deshalb 2009 der Deutschen Privatschule Grootfon­tein in Namibia einen ansehnlichen Betrag zur Verbesserung ihrer Computer­ausstattung  zur Verfügung gestellt.

Eine gute Ausstattung braucht nicht nur eine Schule, sondern auch ein Büro, von dem aus die Verwaltungsarbeiten einer Institution erledigt werden können, die die Interessen einer deutschen Minderheit erfüllen. Hier hat der VDA durch eine Bezuschussung dem Verband der deutschen Kultur in Makajewka in der Ukraine die Mittel bereitgestellt, die für eine funktionierende Kommunikations­zentrale erforderlich sind.

Die deutschsprachigen Medien im Ausland sind ein wesentliches Mittel bei den Bemühungen um den Erhalt und die Pflege der deutschen Sprache und Kultur im Ausland. Hier kommt es oft zu finanziellen Engpässen, die die Wei­terführung einer deutschsprachigen Zeitung in einer fremdsprachigen Gesell­schaft in Frage stellt. Die „Deutsche Rundschau“ (Kanada) erhält vom VDA Unterstützung, und auch beim „Argentinischen Tageblatt“ ist der VDA enga­giert, auch wenn die Zukunft des Blattes noch nicht abschließend geklärt ist.

Projekte wie das deutsch-amerikanische Kulturprojekt „En Friehyaar fer die Muddersprooch 2010“ des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises e. V., mit dem landesweit in einer Zeit des Rückgangs deutscher Sprachprogramme an Highschools und Universitäten in den USA die Aufmerksamkeit auf die mehr als 300 Jahre alte pennsylvaniadeutsche Kultur gelenkt werden soll, runden die diesjährigen Aktivitäten des VDA ebenso ab wie die humanitäre Hilfe, die in Einzelfällen für Menschen in schwierigen sozialen Verhältnissen geleistet wird.

Natürlich können die im Jahre 2009 vom VDA zur Verfügung gestellten Mittel in Höhe von über € 40.000 mit den staatlichen Ausgaben für deutsche Minder­heiten im Ausland und auswärtige deutsche Kulturpolitik nicht konkurrieren, da sie aber ausschließlich aus privaten Anstrengungen finanziert werden, bleiben sie ein deutliches Zeichen für das Engagement und die Solidarität der Freunde und Förderer des VDA mit den am Erhalt der deutschen Sprache und Kultur interessierten Menschen, die im Ausland leben.